Vergessene Stimmen der Psychiatriegeschichte
Trekanten - Bibliotek og Kulturhus, Aalborg
Die Psychiatriegeschichte wird traditionell aus der Perspektive von Ärzten und Institutionen geschrieben. Zwei Vorträge verschieben diesen Blickwinkel und stellen die eigenen Berichte von Patienten in den Mittelpunkt - basierend auf dem Buch "Patientenstimmen aus der Anstalt" (2026). Das Quellenmaterial besteht aus zensierten Patientenbriefen, Flugblättern, Zeitungsartikeln, Beschwerdeverfahren und Fotografien.
Mittwoch 21/10/26, 17:00-18:45 - eine historische Perspektive
Line Keller Nørbøge Ottosen, Doktorandin an der Universität Aarhus, zeigt, wie Patienten bereits in den frühen Jahren der Psychiatrie gegen Zwang, Einsperrung und Ohnmacht Widerstand leisteten. Der Vortrag untersucht, wie diese Stimmen gefunden wurden, und argumentiert, dass sie in die Geschichtsschreibung - und in die heutige Debatte über Psychiatrie - einbezogen werden sollten.
Mittwoch 28/10/26, 17:00-18:45 - eine psychologische Perspektive
Klaus Nielsen, Professor für Psychologie an der Universität Aarhus, zeichnet ein Bild der Behandlungsphilosophie der Anstaltszeit: Die Ärzte waren optimistisch und glaubten an Heilung als Alternative zu den brutalen Irrenanstalten der damaligen Zeit. Patienten erlebten es anders - einen stark klassengeteilten Alltag geprägt von Zwang und Missbrauch. Der Vortrag zieht Linien zur heutigen Psychiatrie.
Beiden Vorträge finden in Trekantens Orangeri, Sebbersundvej 2A, 9220 Aalborg Øst, statt. Trekantens Café verkauft Speisen und Getränke.











