VORTRAG: Das Roskilder Kruzifix - Roskilde als Kunstzentrum im 13. Jahrhundert
Roskilde Museum, Roskilde · 100 kr. · ≈ 13 €
Der Bau des Roskilder Doms löste eine umfangreiche Produktion von Kirchenkunst aus - Kruzifixe und Heiligenbilder aus bemaltem und vergoldetem Holz - und der Dom spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung dieser Kunst in den anderen Kirchen des Bistums. Der Höhepunkt war eine monumentale Kruzifixgruppe über dem Eingang zum neuen Chor, die ein goldenes Kreuz enthielt - das sogenannte Roskilder Kreuz - das im Kopf der Christusfigur versteckt und in Seide gewickelt gefunden wurde. Wie das Gebäude selbst war die Gruppe von Frankreich inspiriert und wahrscheinlich von französischen Handwerkern ausgeführt.
Heute sind nur noch wenige Fragmente erhalten. Als der Roskilder Dom 1806 eine Auktion alter Einrichtungsgegenstände abhielt, wurde die Kruzifixgruppe an einen Kupferschmied verkauft, der das meiste Holz als Brennstoff verwendete. Was erhalten bleibt, ist unter anderem das Relief der Frauen am Grab.
Der Historiker und Mittelalterarchäologe Ebbe Nyborg versucht in diesem Vortrag, die Gruppe zu rekonstruieren und ihren Einfluss als Vorbild zu verfolgen - in Dänemark und darüber hinaus - sowohl bei den eigenen Meistern der Roskilder Gruppe als auch bei nachfolgenden Werkstätten, von denen angenommen wird, dass sie in Roskilde ansässig waren. Nyborg war von 1978 bis 2018 als Forscher und Redakteur von "Danmarks Kirker" am Nationalmuseum tätig und war maßgeblich an der Entdeckung des ursprünglichen großen Kruzifixes des Doms beteiligt. Restaurator Verner Thomasen, der die Restaurierung des Domaltars nach dem Brand von 1968 leitete, trägt ebenfalls zum Vortrag bei.
Der Vortrag findet am 27. Oktober um 19:00-21:00 Uhr im Roskilder Museum, Sankt Ols Stræde 3, 4000 Roskilde statt. Tickets kosten 100 kr. (+ Gebühr) und werden über billetto.dk erworben. Mitglieder des Museumsvereins haben freien Eintritt, müssen aber im Voraus ein kostenloses Ticket buchen und dieses mitbringen. Weitere Informationen unter roskildemuseum.dk.











