Auf der Spur des Steins der Weisen. Thomas Mann & C.G. Jung
Kulturhuset Indre By, Kopenhagen · 80–130 kr. · ≈ 11–17 €
Der Vortrag untersucht die gegenseitigen Verbindungen zwischen dem deutschen Schriftsteller Thomas Mann und dem Schweizer Psychiater C.G. Jung. Liest man Manns große Romane im Licht von Jungs tiefenpsychologischen Studien, ergibt sich ein bislang wenig erforschtes Bild: zwei einflussreiche deutschsprachige Intellektuelle, die Inspiration aus vielen derselben geistesgeschichtlichen Traditionen schöpften und sich gemeinsam bemühten, den menschlichen Geist zu verstehen.
Der Mittelpunkt des Vortrags ist ihre gemeinsame Faszination für Religion und Mythologie - nicht als Erzählungen aus ferner Vergangenheit, sondern als Grundmuster in der menschlichen Psyche. Das typologische Denken in Jungs analytischer Psychologie lässt sich in Manns Werk wiederfinden, ohne dass es sich um direkte Beeinflussung handeln muss.
Bemerkenswert ist dennoch, dass beide sich mit der hermetischen Alchemie beschäftigten und diese Tradition jeweils als Metapher für den Transformationsprozess der Persönlichkeit betrachteten - das, was Jung Individuation nannte. Manns psychologische Deutung der Alchemie spiegelt sich deutlich in dem Roman Der Zauberberg (1924) wider, während große Teile von Jungs wissenschaftlichem Werk sich gerade mit alchemistischen Vorstellungen befassen.











