Sandra - Stimmen von der Straße
Indre by, Marmorkirken, Kopenhagen · 209 kr. · ≈ 28 €
Dies ist eine Veteranengeschichte. Über 30 Jahre sind vergangen, seit ich entsandt wurde, und erst vor zwei Jahren habe ich mich den Traumata und der PTBS gestellt, mit denen ich seitdem lebe. In den Jahrzehnten dazwischen war mein Leben ein langsamer Selbstmord - eine Flucht vor mir selbst, erst durch Arbeit und dann durch Alkohol.
Mit 17 Jahren trat ich ins Militär ein und fühlte mich sofort zu Hause. Mit 19 wurde ich auf den Balkan entsandt und mit einer Realität konfrontiert, auf die ich nicht vorbereitet war. Als ich nach Hause kam, begann der Abstieg. Ein Kamerad nahm sich das Leben, und ich blieb mit Wut und Leere zurück. Ich floh in die USA, bekam Kinder und versuchte, ein normales Leben aufzubauen - aber das, was ich mit mir trug, holte mich ständig ein. Panikattacken, Unruhe und schließlich Alkohol als einziger Ausweg: erst Wein, dann Wodka. Ich entwickelte einen funktionsfähigen Rausch, der mich am Laufen hielt, mich aber immer weiter von mir selbst und meinen Nächsten entfernte. Die Sucht führte zur Obdachlosigkeit, und 2023 starb ich zwei Minuten lang. Das war der Tiefpunkt.
Der Wendepunkt kam, als ich Hilfe im Veteranenzentrum suchte - etwas, das mir schwerer fiel als die Sucht selbst zuzugeben. Ich traf Menschen, die mich verstanden, und ich erkannte, dass ich nicht kaputt war, sondern unbehandelt traumatisiert. Heute lebe ich mit meiner PTBS und den Werkzeugen, die mir gegeben wurden, um damit umzugehen. Ich nenne sie meinen Dämon - früher hatte er die Kontrolle, jetzt ist er etwas, mit dem ich lebe, nicht dagegen.
Auf der Tour gehen wir an der Marmorkirken, dem Frihedsmuseet, dem Kastellet, dem Denkmal der gefallenen Soldaten und dem Amalienborg vorbei. Ich erzähle, was diese Orte für mich bedeuten und symbolisieren.











