Ratten und die Stadt - Rattenbekämpfung, Wohlfahrt und Alltag im Kopenhagen des 20. Jahrhunderts
Hovedkassen, Københavns Rådhus, Kopenhagen · 50 kr. · ≈ 7 €
Ratten wurden erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als ernsthafte Gesundheitsgefahr und gesellschaftliche Bedrohung erkannt - angetrieben durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und das Wachstum moderner Städte. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Rattenbekämpfung systematisiert und effizienter, parallel zur Entwicklung des Wohlfahrtsstaates. Doch Ratten erwiesen sich als schwer auszurotten: dichte Bebauung, städtische Infrastruktur und reichlich vorhandener Abfall schufen ideale Lebensbedingungen für ein Tier, das fast alles frisst, ein geschickter Kletterer und Schwimmer ist und alles durchnagen kann, das weicher ist als Glas und Metall.
In diesem Vortrag erzählt Mikkel Høghøj, Kurator des Dänischen Technikmuseums, die Geschichte, wie Ratten die Entwicklung des modernen Kopenhagens geprägt haben - wie Rattenbekämpfung zur Wohlfahrtspolitik wurde, wie Kopenhagen als Rattenlebensraum funktionierte, und wie Ratten die Erwartungen der Kopenhagener an Gesundheit, Hygiene und die Rolle der Natur in der Stadt beeinflusst haben.
Abbildung: Plakate des Landesausschusses für Rattenbekämpfung, 1950 und 1968, Dänisches Reichsarchiv.











